Inside the M-001: A Teardown with Tais & Lukas
← back 18/09/2026

Inside the M-001: Teardown mit Tais & Lukas

Die schriftliche Begleitung zum M1-Teardown-Video.Das komplette Teardown-Video hier ansehen.



Wir sind zurück, diesmal mit unserem neuesten Produkt. Der M-001 ist unsere erste Maus, und wir haben darauf gewartet, ihn vor der Kamera zu zerlegen und alles zu erklären. Tais und Lukas, unser Head of Product und Design Engineer, sprechen über die Hintergedanken, die Teile, die von Anfang an stimmten, und jene, für die es mehrere Iterationen brauchte, bis sie passten.

Der M1 in seiner Box. Die Maus in der Mitte, der Receiver an der Seite, das Zubehörpaket links, alles eingebettet in einer dicken Lage PU-Schaum, damit unterwegs nichts passiert.


Der M-001 in seiner Box. Die Maus in der Mitte, der Receiver an der Seite, das Zubehörpaket links, alles eingebettet in einer dicken Lage PU-Schaum.

Die Maus wird in PU-Schaum geliefert, der so dick ist, dass du sie in eine Tasche legen und beruhigt vergessen kannst.

Eine obere Schale ohne Löcher

 

Die obere Schale des M1 ist komplett massiv, ohne irgendwo ausgeschnittene Löcher, sodass jeder Punkt, an dem deine Hand anliegt, frei von unangenehmen Stellen ist. Greif sie, wie du willst, unter deinen Fingern ändert sich nichts.

Für eine Magnesium-Maus ist das ungewöhnlich. Fast alle anderen in dieser Kategorie stanzen Löcher in die Schale, um Gewicht zu sparen, was das Nutzererlebnis beeinflusst. Und wenn reines Gewicht das alleinige Ziel wäre, wäre Magnesium ohnehin die falsche Wahl: Eine komplett aus Kunststoff gefertigte Schale ohne Batterie-Mechanik kann in den mittleren 30 Gramm-Bereich kommen. Was du dafür einbüßt, ist Steifigkeit, die beruhigende Festigkeit, die nur ein Metallgehäuse bieten kann.

Also haben wir das Gewicht dort platziert, wo es Sinn macht, und die Form bewusst neutral gelassen, damit sie zu unterschiedlichen Griffarten und vielen Händen passt. Den Luxus haben wir anderswo untergebracht.

 

Die massive Top-Schale aus Magnesiumlegierung. Keine Löcher, eine durchgehende Textur.


Innenansicht der oberen Schale. Keine Löcher, und eine gerippte Struktur, die sie steif hält.


Rein ins Innenleben

 

Zieh die Skates ab und darunter kommen vier Schraubenvertiefungen zum Vorschein, zwei vorne und zwei hinten. Mit einem kleinen Phillips-Bit lassen sich alle öffnen. Danach hebt sich die untere Schale von der oberen, sie ist nur durch ein einzelnes Flachbandkabel mit der Platine der Seitentasten verbunden. Heb die Verriegelung am Stecker um, und es löst sich. Jedes Flachbandkabel im M1 trennt sich auf die gleiche Weise.

 

Der M1 vollständig: obere und untere Schale, PCB, Batterie-Mechanismus, Scrollrad und Switches.

Die Seitentasten

 

Seitentasten sind ein leiser Balanceakt. Zu flach und sie fühlen sich in-game schwammig an; zu scharf und sie stören deinen Daumen. Unsere erheben sich sanft von jeder Seite zu einer deutlichen Wölbung in der Mitte und sitzen in einer Mulde, sodass dein Daumen sie von selbst findet.

Nimm die Platine der Seitentasten heraus und die Tasten gleiten aus der Schale. Schau genau hin: Sie bestehen aus zwei Materialien zugleich: einem Kunststoffscharnier mit einer Magnesiumlegierungsfläche. Würdest du komplett auf Magnesium setzen, würde das Scharnier zu steif und tot, deshalb haben wir die Aufgaben geteilt: Kunststoff dort, wo Flexibilität nötig ist, Metall dort, wo dein Daumen anliegt. Die meisten Magnesium-Mäuse verzichten darauf und formen die Seitentasten komplett aus Kunststoff. Wir wollten, dass das Metall durchgehend spürbar ist, vom Untergehäuse bis zu den Seitentasten, damit sich alles wie ein Stück anfühlt. Den Switches haben wir dieselbe Aufmerksamkeit geschenkt, denn eine schwammige Seitentaste neben einem präzisen Hauptklick fällt sofort auf.

.

Die Seitentasten, die sich von jeder Flanke zu einer Wölbung erheben.

Eine Status-Leuchte ohne Ablenkung

 

An der Seite der Maus sitzt eine kleine Status-LED, die Akkustand und Änderungen der Einstellungen über den Dongle anzeigt. Sie sitzt auf der Platine der Seitentasten, umschlossen von einer Schaumhülle, die straff an einer Polycarbonat-Lichtführung anliegt. Diese Führung wird zweimal lackiert, zuerst weiß, dann schwarz.

Das Schwarz dichtet das Licht ab, sodass nichts ungewollt austritt; das Weiß darunter reflektiert es nach vorne, anstatt dass das Schwarz es schluckt. Das Licht erreicht die Oberfläche sauber, ohne seitlich zu verschwimmen. Das Ergebnis: eine minimale, nicht ablenkende Anzeige, damit du dich aufs Spiel konzentrieren kannst.

 

Die Klicks

 

Zwei Schrauben, und die Hauptklicks lösen sich von der oberen Schale. Sie sind aus Magnesiumlegierung, wie der Körper, durch die Mitte der oberen Schale montiert. Das Gefühl entsteht durch einen Hebelarm, der die Scharnierfunktion übernimmt und auf einen präzisen, knackigen Klick abgestimmt ist.

Hier trennen sich Haupt- und Seitentasten funktional. Die Seitentasten brauchten ein Kunststoffscharnier, um sich richtig anzufühlen; die Hauptklicks behalten ihres in Magnesium, wegen ihrer größeren Größe und Länge. Das ist ein Hauptgrund für ihren so befriedigend klaren Klick.

 

Der Akku und der Anschluss, der nicht da ist

 

Nimm das Scrollrad ab, löse das Batterie-Flachbandkabel, entferne zwei Schrauben, und der Batterie-Mechanismus hebt sich heraus.

Dreh ihn um und du siehst eine clevere Überlegung. Das Aushohlen der Unterseite, um Gewicht zu sparen, würde normalerweise die Seiten flexen lassen. Statt zusätzliche Verstrebungen einzubauen, haben wir vorhandene Teile doppelt arbeiten lassen: Der Batterie-Mechanismus und die Platine versteifen das Chassis mit. Struktur umsonst, von Bauteilen, die ohnehin da sein mussten, ohne zusätzliches Gewicht für mehr Steifigkeit.



Der Mechanismus ist ein Polycarbonat-Gehäuse mit einer Daughterboard-Platine an der Rückseite, eingespannt zwischen ihm und der oberen Schale, wenn alles zusammengebaut ist. Zu dieser Lösung haben wir lange gebraucht. Es gab Prototypen, Testpersonen und einen ganzen Friedhof verworfener Ideen: nicht-hot-swap-Designs, Plastikschnapper, Presspassungen, Magnete. Gewonnen hat ein Raste-Mechanismus, den du vielleicht aus SD-Karten-Slots kennst. Der Akku wird von unten eingesetzt und in einem Winkel nach oben herausgeschoben, was zufällig genau dort landet, wo dein Daumen am besten hinkommt, wenn er über den Sensor gleitet. Er ist zuverlässig, befriedigend und lässt dich nie raten.

Der gleiche Mechanismus ermöglichte uns auch etwas, das viele beim ersten Blick übersehen: Der M1 hat keinen USB-Anschluss. Mit hot-swappable Akkus gibt es nichts anzustecken, also fiel der USB-C-Port komplett weg, mitsamt seinem Gewicht. In Tests bemerkten die meisten Leute nicht einmal, dass er fehlt.


Der Hot-Swap-Batterie-Mechanismus. Dieselbe Raste, die du in einem SD-Karten-Slot findest, von unten geladen.

Die Platine

 

Sobald der Batterie-Mechanismus raus ist, bleiben nur noch die untere Schale und die Platine, und die Platine lässt sich gerade herausheben. Sie kommt in zwei Teilen: die eigentliche PCB und eine Polycarbonat-Abdeckung, die sie schützt. In diese Abdeckung haben wir absichtlich ein Fenster geschnitten, damit du sehen kannst, was die Maus antreibt, ohne sie auseinanderzunehmen.

Als Klicks kommen Omron Optical Switches, die D2FP-FN2, zum Einsatz, ausgelegt auf 70 Millionen Zyklen, und in Kombination mit der Magnesium-Klickstruktur fühlen sie sich richtig knackig an. Das Scrollrad läuft auf einem goldenen, staubdichten TTC-Encoder, ein Favorit unter Maus-Enthusiasten, der mit einer Verkleidung entworfen ist, die Staub fernhält, damit die Konsistenz erhalten bleibt. Darunter sitzt die Linse für den PixArt 3950-Sensor und der Ein-/Ausschalter.




Die Unterseite, durch das Fenster. Der PixArt PAW3950-Sensor.

Jedes Teil, eine bewusste Entscheidung

 

Eine Schale ohne Löcher, ein Akku, der die Maus zusammenhält, eine Maus, die du nie ansteckst. Jedes dieser Elemente begann als Frage, und viele endeten an Orten, die wir nicht geplant hatten: ein Scharnier halb aus Kunststoff, halb aus Metall; eine Lichtführung, weiß lackiert, damit das Schwarz es nicht schluckt; ein Batterieriegel aus dem SD-Karten-Bereich.

 

Der M1 auf dem Schreibtisch, Dock daneben.
Damit ist unser Deep Dive in die Architektur des M-001 abgeschlossen. Wenn du diese Features in Aktion sehen willst, haben wir das komplette Teardown-Video eingebunden.
(Das Video wird später eingefügt, sobald es live ist)